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Anna Harrison

„Hast Du donnerstag abends Zeit?“ fragte mich mein bester Freund als wir 13 waren.
„meine Eltern kommen immer ganz glücklich nach hause aber ich darf nicht alleine mit.
Kannst Du mit mir dahin?“ „Wohin denn?“ „das heißt Tango oder so.“ „Ok.“
Und so begannen meine ersten Tangostunden. Tanz begeisterte mich.
Es kamen zum Tango die Standarttände und der Rock´n´Roll hinzu.

Aber nur der Tango blieb. Und das bis heute.
Das intensive Training an der Circusschule gab mir neue Einblicke
in Körperarbeiten und bereicherte meinen Tanz.

Was ist Tanz für mich?

Eine Momentaufnahme in Bewegung, ohne Worte, und oft voller Gefühle.

Der Führende entwirft eine Skizze, der Folgende bringt Farbe ins Spiel.
das Ergebniss ist somit immer anders; eine Momentaufnahme zweier Menschen.
Individuell und ganz persönlich.


Tango kann voller Emotionen sein: liebevoll, agressiv, geheimnisvoll, freudig, provokant....

In einem Rahmen mit eleganten Bewegungen, fliegenden Beinen, schönen Füßen...
Aber nicht allein, sondern in der Begegnung zweier Menschen die sich einander zuwenden.
Der Tango erinnert mich immer wieder sanft daran, dass so viel an uns vorbeirauscht.
Beim Tango sind manche Momente so voll, (mit Musik, Berührung, Händedruck, Torsion, Interpretation, Spielfreude) dass ich nur im Jetzt sein kann.

Das liebe ich am Tango.